Mittels Genforschung, medizinischer Früherkennung und
strenger Hygienegesetze reguliert die „Methode“ den Alltag
der Menschen und verspricht ein gesundes Leben für alle.
Krankheit vorzubeugen hat die höchste Priorität, und das
System erweist sich als effektiv. Auch die junge Biologin
Mia Holl befürwortet die „Methode“. Doch seit dem Tod
ihres Bruders, der aufgrund eines DNA-Tests des Mordes für
schuldig befunden wurde und in der Haft Suizid beging,
regen sich leise Zweifel an der Unfehlbarkeit des Systems.
Denn entgegen aller Wahrscheinlichkeiten ist Mia von der
Unschuld ihres Bruders überzeugt.
Juli Zeh entwirft in „Corpus Delicti“ das dystopische Bild
eines totalitären Staates, der auf unserem grundeigenen
Wunsch nach Gesundheit und körperlicher Unversehrtheit
konzipiert ist und in dem unser Körper als Beweismittel für
oder gegen uns gewertet werden kann.