Karl Eicher feiert 100. Geburtstag
Es ist eine der ersten vom neuen grünen Ministerpräsidenten Cem Özdemir unterzeichneten Urkunden gewesen, die Frank Egner dem Jubilar Karl Eicher zum 100. Geburtstag überreicht hat. Der Ortsvorsteher von Kocherstetten überbrachte dem ersten männlichen Bewohner der Seniorenresidenz Schloss Stetten, der dieses gesegnete Alter erreicht hat, auch im Namen von Bürgermeister Stefan Neumann die Glückwünsche der Stadtverwaltung Künzelsau. Bei einer vom Shanty-Chor und vom Chor der Seniorenresidenz musikalisch umrahmten Feierstunde würdigte Baron Wolfgang von Stetten Eicher als „Vorbild für alle Bewohnerinnen und Bewohner“.
Eichers Sohn Hartmut erinnerte nicht nur daran, dass sein Vater derselbe Jahrgang ist wie die englische Königin Elisabeth II., sondern dass der aus Kelheim an der Donau stammende Protestant sich auch als Kirchenvorstand sowie als Mitglied im Dekanatsverband engagiert hat. Außerdem war er in der Industrie- und Handelskammer, dem Verwaltungsrat der Sparkasse, als ehrenamtlicher Richter aktiv und leidenschaftlicher Jäger. Für seine Verdienste erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Bürgermedaille der Stadt Kehlheim.
Als „außergewöhnlich“ bezeichnete Hartmut Eicher das Leben seines am 11. Juni 1926 geborenen Vaters. „Ich habe viel Glück gehabt“, räumt der Jubilar ein, der fast 75 Jahre mit seiner Frau Hannelore verheiratet ist, auf deren Betreiben das Paar 2016 von Kelheim nach Hohenlohe kam. Nach dem Abitur 1944 wurde Eicher eingezogen, kam an der Westfront zum Einsatz und geriet in englische Gefangenschaft. Nach dem Krieg gründete er mit seinem Vater und seinen Geschwistern die Spedition Eicher & Söhne. Seine Frau Hannelore lernte er beim Tanzen kennen. Die beiden heirateten 1951. Das Paar hat zwei Töchter und zwei Söhne.
Nach dem Verkauf der Firma 1985 erwarb Eicher nicht nur Immobilien in Kanada, sondern lebte dort bis 2001, bevor er mit seiner Frau nach Kelheim zurückkehrte. Inzwischen schmeißt er den Haushalt. Früher war das anders. „Die Kinder hat meine Frau alleine erzogen, weil ich zwölf Stunden gearbeitet habe“, sagt Eicher, der sich mit regelmäßigem Schwimmen fit hält und mit 100 geistig und körperlich erstaunlich rege ist. Da Eicher inzwischen mit dem Auto zum Gottesdienst kommt, sorgte Pfarrer Wilfried Härpfer für einen humorvollen Abschluss mit seinem zweideutigen Bonmot, dass „Eicher mit 100 zur Schlosskapelle fährt“. Und mit ihrem Auftritt als Bavaria erinnerte Renate Wagner daran, dass sich Eicher immer als „Urbayer“ gefühlt hat.

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