Vortrag in Künzelsau über die erste Ärztin Württembergs
Die in Künzelsau geborene Karoline Breitinger war ihrer Zeit weit voraus. Als erste Ärztin Württembergs kämpfte sie sich gegen gesellschaftliche Widerstände durch Studium und Berufsleben. Ihr außergewöhnlicher Lebensweg steht im Mittelpunkt eines Vortrags am Donnerstag, 11. Juni 2026, im Hermann-Lenz-Haus in Künzelsau.
Die Historikerin und Journalistin Cornelia Strauß zeichnet das Leben der 1851 in Künzelsau geborenen Medizinerin nach. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter wuchs Karoline Breitinger bei Verwandten in Salzburg auf. Schon früh verfolgte sie das Ziel, Medizin zu studieren. Für Frauen war das im Deutschen Reich damals kaum möglich. Deshalb ging sie in die Schweiz, besuchte eine Höhere Töchterschule, ließ sich zur Lehrerin ausbilden und finanzierte mit selbst verdientem Geld den notwendigen Privatunterricht für die Aufnahmeprüfung an der Universität Zürich.
Ihr Medizinstudium absolvierte sie in Zürich und Bern. Anschließend eröffnete sie in Esslingen am Neckar als erste Ärztin Württembergs eine eigene Praxis. Trotz ihres Erfolgs musste sie sich über Jahre hinweg gegen Vorurteile und Widerstände männlicher Kollegen behaupten. Ihr beharrlicher Einsatz machte sie zu einer frühen Wegbereiterin für die Gleichberechtigung von Frauen und für bessere Bildungschancen.
Der Vortrag beleuchtet nicht nur den persönlichen Lebensweg Karoline Breitingers, sondern auch die gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Zeit. Referentin Cornelia Strauß studierte Geschichte und Romanistik in Tübingen und Poitiers und war viele Jahre in der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit in Hamburg tätig.
Für ihren kürzlich erschienenen Artikel in der Zeitschrift des Schwäbischen Heimatbundes recherchierte Cornelia Strauß auch im Stadtarchiv Künzelsau. Der Kontakt zur Stadtarchivarin Dr. Helga Steiger führte schließlich zur Einladung nach Künzelsau und zum nun stattfindenden Vortrag.
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und endet gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro. Veranstalter sind die Volkshochschule, die Stadtverwaltung Künzelsau sowie der Verein StadtGeschichte Künzelsau e. V.

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