Blick auf das neue Rathaus in Künzelsau.

Öhringen und Künzelsau bauen Präventionsnetzwerk gemeinsam aus

Starke Netzwerke für starke Kinder

Eine Gruppe von Kindern steht vor dem Eingang eines Hallenbads. Einige tragen sportliche Kleidung oder Badetaschen. Die Szene vermittelt Vorfreude auf Schwimmkurse und zeigt das Angebot zur frühen Förderung von Bewegung und Sicherheit im Wasser.
Start erster Schwimmkurs: Künzelsauer Vorschulkinder; Vertreterinnen und Vertreter der Künzelsauer Kitas, der Kochertaler Schwimmschule und der Albert Berner-Stiftung; Stefan Neumann. Foto :Stadtverwaltung Künzelsau.

Das Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut in Künzelsau wächst weiter: Seit Herbst 2025 wird das erfolgreiche Konzept „Hidden Champions“ durch Partner aus Öhringen ergänzt. Ziel der interkommunalen Zusammenarbeit ist es, Kinder frühzeitig zu stärken und Familien unabhängig von ihrer finanziellen Situation passgenau zu unterstützen.

Die Stadtverwaltung Künzelsau erhält bereits seit 2023 eine Förderung durch das Sozialministerium Baden-Württemberg und nutzt diese für alltagsintegrierte Förderung in Kindertageseinrichtungen. Durch die Kooperation mit Öhringen konnte der Förderantrag nochmals bis 2027 erweitert werden und es entstehen nun zusätzliche Angebote, die noch mehr Familien erreichen und bestehende Maßnahmen sinnvoll erweitern.

Im Fokus stehen sowohl die individuelle Förderung der Kinder als auch konkrete Hilfen für Eltern. Dazu zählen Unterstützung bei der Suche nach Freizeit- und Sportangeboten sowie Hilfe bei Mitgliedsbeiträgen und Ausstattung. Ergänzend entlasten regelmäßig stattfindende öffentliche Sportbasare oder die Unterstützung von Tauschbörsen alle Familien.

„Diese Zusammenarbeit zeigt, wie viel wir gemeinsam für Kinder und Familien erreichen können. Prävention endet nicht an der Stadtgrenze – sie gewinnt durch Kooperation“, betont Oberbürgermeister Patrick Wegener.

„Mit unserem Präventionsansatz in Künzelsau setzen wir bewusst früh an. Jedes Kind soll die Chance haben, seine Fähigkeiten zu entdecken und zu entfalten, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie“, sagt Bürgermeister Stefan Neumann.

Auch die freien Träger sind ein wichtiger Bestandteil des Netzwerks. „Wir erleben täglich, wie wichtig niedrigschwellige Angebote für Familien sind. Das Netzwerk schafft Vertrauen und eröffnet echte Teilhabechancen“, sagt die Geschäftsführerin der AWO, Sevim Sulejmanov.

Neben Sport- und Bewegungsangeboten am Vormittag in den Kitas profitieren Kinder und Eltern in Künzelsau von kostenfreien Programmen wie Kochkursen der AOK, kreativen Projekten und Schnupperangeboten bei Netzwerkpartnern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Bewegung und frühkindlicher Förderung: Mit dem neuen Präventionsangebot „KÜNathlon“ geht die Stadtverwaltung Künzelsau einen weiteren wichtigen Schritt. Das Programm richtet sich gezielt an Kinder in Künzelsau und kombiniert Schwimmen, Laufradfahren und Kurzstreckensprint, um motorische Grundlagen zu stärken. Ab 2026 werden auch Eltern stärker über die Einrichtungen eingebunden.

Mehrere Erwachsene – darunter kommunale Vertreter und eine AWO-Vertreterin – stehen nebeneinander und schauen in die Kamera. Sie befinden sich vermutlich in einem Innen- oder Außenbereich bei einem offiziellen Termin und symbolisieren die Zusammenarbeit zwischen Künzelsau und Öhringen im Bereich Kinder- und Familienförderung.
Kooperationspartner, v. l.: Oberbürgermeister Patrick Wegener; Elke Schöll; Christoph Krenkler und Sevim Sulejmanov, AWO; Marion Hannig-Dümmler; Bürgermeister Stefan Neumann. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau.

Ein zentrales Element ist zudem der Ausbau von Schwimmkursen: Ab 2026 sollen alle Vorschulkinder in Künzelsau schwimmen lernen können. Die kostenfreien Kurse finden im Hallenbad TollKÜN durch Schwimmtrainer statt und werden teilweise durch Fördermittel finanziert.

„Damit Kinder nicht länger Hidden Champions, also versteckte Talente, bleiben, sondern sich durch solche Angebote inspirieren lassen und als künftige starke Helden Selbstvertrauen entwickeln“, betont Marion Hannig-Dümmler, stellvertretende Hauptamtsleiterin.

„Gerade im Familienzentrum sehen wir, wie wichtig frühe Förderung und Elternarbeit zusammenwirken. Die neuen Angebote erreichen die Familien genau dort, wo sie Unterstützung brauchen“, erklärt Christoph Krenkler, Leiter des AWO Familienzentrums Öhringen. Er plant bereits Angebote wie ein Stillcafé und weitere Projekte in den AWO Räumlichkeiten im Limespark.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz reagieren beide Städte auf zunehmende Defizite bei verschiedenen Grundfähigkeiten. Ziel ist es langfristig, allen Kindern einen sicheren und erfolgreichen Schulstart zu ermöglichen.