Blick auf das neue Rathaus in Künzelsau.

Katastrophenschutz hautnah erleben

Großer Aktionstag in Künzelsau stärkt Wissen und Sicherheit junger Menschen

Auf einer großen Wiese steht ein Feierwehrauto, Pavillion und mehrere Menschen.
Großer Aktionstag in Künzelsau stärkt Wissen und Sicherheit junger Menschen. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis.

Vorbereitung zahlt sich aus: Am Dienstag, 14. April 2026, fand auf dem Festplatz Wertwiesen in Künzelsau der „Katastrophen- und Zivilschutztag im Hohenlohekreis 2026“ statt. Rund 600 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen erhielten an acht Stationen praxisnahe Einblicke in den Bevölkerungsschutz. Organisiert wurde der Aktionstag federführend von Isabelle Gröger, Ganerben-Gymnasium Künzelsau, sowie Filiz Gürbüz, Bevölkerungsschutz des Landratsamtes Hohenlohekreis.

Bereits im Vorfeld hatten sich die Jugendlichen im Unterricht mit den theoretischen Grundlagen des Katastrophenschutzes beschäftigt – am Aktionstag stand nun die Praxis im Mittelpunkt. Nach der Begrüßung durch Kreisbrandmeister Torsten Rönisch durchliefen die Schülergruppen die verschiedenen Stationen der Hilfsorganisationen.

Ob beim Löschen von Bränden, beim richtigen Verhalten bei Starkregen, Gewitter, Dürre oder Hitze: Die Jugendlichen erlebten hautnah, wie sie Extremsituationen sicher meistern können. Besonders anschaulich wurde das Thema Wetterextreme durch die Jugendfeuerwehren Künzelsau und Ingelfingen vermittelt – unter anderem mit einem mit Wasser gefüllten Pool. Auch Teamarbeit war gefragt: Bei der Rettung von in Not geratenen Menschen aus dem Wasser packten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam an. Mit Booten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf Rädern galt es, die Aufgabe zu lösen. Auch an der Station der Psychosozialen Notfallseelsorge des Hohenlohekreises stand das Miteinander im Mittelpunkt. Hier konnten die Jugendlichen erleben, wie wichtig Vertrauen, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung in schwierigen Situationen sind – und sich auch einmal im wahrsten Sinne des Wortes „fallen lassen“. Ganz praktisch wurde es auch beim Thema Vorsorge: Was gehört in einen Notfallrucksack? Und warum ist er so wichtig? Antworten darauf gab es bei einer Mitmachaktion.

Das Technische Hilfswerk, Ortsverein Künzelsau, zeigte außerdem, wie Sandsäcke bei Hochwasser richtig eingesetzt werden. Das Polizeirevier Künzelsau informierte über das Verhalten in Gefahrensituationen, etwa bei Amoklagen, sowie über das richtige Absetzen von Notrufen. Beim Arbeiter-Samariter-Bund standen grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen im Mittelpunkt.

Ein besonderer Blickfang waren die zahlreichen Einsatzfahrzeuge, die den Bevölkerungsschutz für die Jugendlichen greifbar machten. Den Abschluss bildete eine eindrucksvolle Vorführung der Feuerwehr Künzelsau: Unter realistischen Bedingungen wurde demonstriert, welche gefährlichen Folgen das Löschen von brennendem Fett mit Wasser haben kann.

Bezirksbrandmeister Adrian Wibel vom Regierungspräsidium Stuttgart lobte den Aktionstag als gelungenes Beispiel für eine zentrale, praxisnahe Vermittlung und betonte dabei die große Bedeutung solcher Formate für das Verständnis sowie die Stärkung des Bevölkerungsschutzes und damit die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft.

„Wir wollen Schülerinnen und Schüler auf möglichst einfache Weise an das Thema Bevölkerungsschutz heranführen, ihnen grundlegendes Wissen vermitteln und sie darauf vorbereiten, im Ernstfall sicher zu handeln“, betont Kreisbrandmeister Torsten Rönisch, der den Schülerinnen und Schülern den gesamten Tag über für Fragen zur Seite stand.

Die Initiatoren zeigten sich sehr zufrieden und dankten allen beteiligten Organisationen sowie den Ehrenamtlichen für ihre engagierte Mitwirkung. Ein besonderes Lob gebührt zudem den Firmen, die durch die Freistellung ihrer Mitarbeitenden maßgeblich zum Erfolg des Projektes beigetragen haben. Unterstützt wurde der Aktionstag durch den Nahverkehr Hohenlohekreis (NVH), der den Transport der Schülerinnen und Schüler ermöglichte.