Blick auf das neue Rathaus in Künzelsau.

Viele Menschen, viele Ideen, ein gemeinsames Ziel

Rückblick: Aktionswoche „Gutes Klima für Hohenlohe“ vom 4. bis 10. Mai 2026

Drei Jugendliche bepflanzen gemeinsam ein kleines Schaubet im Freien. Zwischen Steinen und Holzstämmen setzen sie verschiedene Kräuter und Blühpflanzen in die Erde. Die Aktion dient der Gestaltung eines naturnahen Beetes und fördert das Bewusstsein für Artenvielfalt und Nachhaltigkeit.
Acht insektenfreundliche Schaubeete wurden mithilfe von Künzelsauer Konfirmandinnen und Konfirmanden an den Wertwiesen angelegt. Foto: Sarah Peters.

Wie vielfältig Klimaschutz und nachhaltiges Handeln vor Ort sein können, hat die Aktionswoche „Gutes Klima für Hohenlohe“ vom 4. bis 10. Mai 2026 erneut eindrucksvoll gezeigt. Mit zahlreichen Veranstaltungen im gesamten Hohenlohekreis wurden die Themen Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und zukunftsfähiges Leben für viele Menschen erlebbar gemacht. Die vielfältigen Angebote stießen auf großes Interesse und luden dazu ein, selbst aktiv zu werden.

Klimaschutz zum Mitmachen in Künzelsau

Auch in Künzelsau wurde ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Aktionen zum Mitmachen angeboten. Den Auftakt bildete eine Handysammelaktion im Rathaus, bei der ausgediente Mobiltelefone zur fachgerechten Wiederverwertung abgegeben werden konnten. Ergänzend informierte die kostenfreie Energieberatung „Zukunft zuhause“ im Klima-Zentrum über Möglichkeiten zur Energieeinsparung und energetischen Sanierung.

Eine Sammelbox aus Karton für ausgediente Mobiltelefone und Tablets steht auf einem Tisch im Rathaus Künzelsau. Daneben liegen Informationsflyer. Im Hintergrund informiert eine Ausstellungstafel über die Handysammelaktion im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche „Gutes Klima für Hohenlohe“ und die Wiederverwendung wertvoller Rohstoffe.
Raus aus der Schublade: Bei einer Handysammelaktion konnten alte Mobiltelefone gespendet werden. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Themen Artenvielfalt und naturnahe Gestaltung. Ergänzend zur Aktionswoche entstanden auf der „Natur nah dran“-Fläche an den Wertwiesen acht neue Schaubeete mit heimischen Pflanzen. Rund 25 Konfirmandinnen und Konfirmanden beteiligten sich an der Pflanzaktion und setzten damit ein sichtbares Zeichen für eine insektenfreundliche Begrünung.

Auch für Kinder gab es passende Angebote: In einer Vorlese- und Bastelstunde mit dem Künzelsauer Müllvogel wurden Themen wie Abfallvermeidung und Ressourcenschutz spielerisch vermittelt.

Einen fachlichen Schwerpunkt setzte der Workshop zum sogenannten Nachhaltigkeitscheck für Kommunen, der am 6. Mai in Künzelsau stattfand. Unter der Leitfrage „Wie nachhaltig sind kommunale Projekte wirklich?“ beschäftigten sich Teilnehmende aus Verwaltung und regionalen Netzwerken mit dem Instrument der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. In Kleingruppen wurden zentrale Fragestellungen diskutiert und anhand konkreter Beispiele direkt auf die kommunale Praxis übertragen. Die Stadtverwaltung Künzelsau zeigte dabei exemplarisch, wie Nachhaltigkeitsaspekte bereits im Verwaltungsalltag berücksichtigt werden können. Der N!-Check unterstützt Kommunen dabei, Entscheidungen systematisch unter ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten und langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Gruppenfoto von Teilnehmenden eines Workshops in einem Tagungsraum. Die Personen stehen vor einer Präsentation zur Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg und den globalen Nachhaltigkeitszielen. Der Workshop beschäftigte sich mit dem kommunalen Nachhaltigkeits-Check der Stadt Künzelsau.
Verwaltungsmitarbeitende aus Hohenlohe und Maintauber beschäftigten sich mit der Frage, wie Nachhaltigkeit in kommunalen Projekten mitgedacht werden kann. Foto: RM Hohenlohe-Tauber.

Ergänzt wurde das Programm durch weitere Veranstaltungen, darunter der Weltladentag unter dem Motto „Fair fruchtet!“ sowie einen Feuerabend im Gemeindegarten der evangelischen Kirchengemeinde.

Unternehmen übernehmen Verantwortung

Ein Höhepunkt der Aktionswoche war der zentrale Vortragsabend am 5. Mai in der KULTURa in Öhringen. Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung der Veranstalter.

Bereits vor Beginn des Vortrags präsentierten sich über 30 Initiativen, Vereine und Institutionen mit ihren Projekten und ihrem Engagement. Mit dabei waren unter anderem die Bio-Musterregion Hohenlohe, der Talent-Tauschkreis Schwäbisch Hall – Hohenlohe, die örtlichen Gruppen des BUND und NABU, das Netzwerk Nachhaltigkeit Hohenlohe, kirchliche Träger sowie unterschiedliche Abteilungen der Städte Öhringen und Künzelsau und des Landratsamts Hohenlohekreis.

Der Abend stand anschließend unter dem Motto „Mut zur Verantwortung – Wirtschaft zukunftsfähig gestalten“.

Mehrere Kinder sitzen gemeinsam mit zwei Betreuerinnen in einem hellen Raum der Stadtbücherei Künzelsau. Sie halten selbst gebastelte schwarze Vögel aus Papier in die Kamera. Die Bastelaktion vermittelt spielerisch den Umgang mit Abfall und Recycling.
Rund 15 kleine Besucherinnen und Besucher nahmen an der Bastel- und Vorleseaktion mit dem Künzelsauer Müllvogel in der Stadtbücherei teil. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau.

Referentin Dr. Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des Outdoor-Ausrüsters VAUDE, zeigte eindrucksvoll wie sich das familiengeführte Unternehmen zu einem der nachhaltigsten der Branche entwickelte. Vom Kantinenessen in Bioqualität über eigens eingerichtete Buslinien und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie mithilfe eines eigenen Betriebskindergartens hat sich am Standort nahe des Bodensees einiges getan. Auch auf Produktseite gestaltet VAUDE sowohl die gesamte Lieferkette als auch den Lebenszyklus der Produkte konsequent nach ökologischen und fairen Gesichtspunkten. Kleider aus Altreifen, innovative Konzepte zur Reparaturfähigkeit und die Übernahme von sozialer und ökologischer Verantwortung in den ausländischen Produktionsstätten zeugen von langjährigem Engagement des Unternehmens, das 2023 mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis im Bereich Textil ausgezeichnet wurde.

In der anschließenden Podiumsdiskussion berichten Vertreter der Hohenloher Wirtschaft von ihren Erfahrungen und Projekten. Markus Mettler (EBM-Papst) stellte die sogenannten Energiescouts vor – Auszubildende und junge Mitarbeitende, die gezielt darin geschult werden, Energieeinsparpotenziale im Unternehmen zu erkennen und Verbesserungen anzustoßen. Roland Rüdinger (Rüdinger Spedition) gab Einblicke in den Einsatz ihrer wachsenden Elektro-LKW-Flotte und die damit verbundenen Erfahrungen im Alltag.

In einer voll besetzten Veranstaltungshalle sitzen zahlreiche Besucherinnen und Besucher vor einer Bühne. Auf der Bühne stehen mehrere Personen vor einer Präsentationsfolie mit dem Titel „Gutes Klima für Hohenlohe 2.0“. Die Aufnahme zeigt eine Informations- und Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche.
Beim diesjährigen zentralen Vortrag der Aktionswoche referierte Geschäftsführerin von VAUDE, Dr. Antje von Dewitz, zur Transformation ihres Unternehmens. Foto: Anja Kohr Hohenlohekreis.

Weitere Informationen zum Vortragsabend sowie Impressionen und Rückblicke auf die Aktionen der gesamten Aktionswoche finden Interessierte unter https://www.gutesklimahohenlohe.de/.