Blick auf das neue Rathaus in Künzelsau.

„Der Hochwasserschutz bleibt eine Daueraufgabe“

Zehn Jahre nach dem Unwetter in Künzelsau - Erinnerung an das Unwetter 2016

Blick auf einen Platz in dessen Mitte eine große Wasserlache steht und ausgespülte Pflastersteine angehäuft daliegen
Große Schäden hat das Unwetter im Mai 2016 in der Region und auch in der Künzelsauer Innenstadt verursacht. Wie hier auf Foto am Oberen Bach, wurden vielerorts nicht nur Keller geflutet, auch komplette Straßen und Plätze zerstört. Fotos: Stadtverwaltung Künzelsau.

Der 29. Mai 2016 bleibt vielen Menschen in Künzelsau, den Stadtteilen und der Region bis heute in Erinnerung. Innerhalb kurzer Zeit führten Starkregen und Hochwasser zu erheblichen Schäden an Gebäuden, Straßen und Gewässern. Zahlreiche Einsatzkräfte, Mitarbeitende der Stadtverwaltung, des städtischen Bauhofs, der KünWerke, der Feuerwehr sowie viele Einwohnerinnen und Einwohner waren damals tagelang im Einsatz.

Zum Jahrestag des Unwetters blicken die bei der Stadtverwaltung Beteiligten nicht nur zurück, sondern auch nach vorne: Seit 2016 wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um den Hochwasserschutz in Künzelsau und den Stadtteilen weiter zu verbessern.

Bürgermeister Stefan Neumann erinnert an die Auswirkungen des damaligen Ereignisses: „Das Unwetter von 2016 hat deutlich gemacht, wie verletzlich unsere Infrastruktur bei Starkregenereignissen sein kann. Gleichzeitig hat es gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt, schnelle Hilfe und eine konsequente Vorsorge sind.“

Blick auf einen Platz, der inmitten von Fachwerkgebäuden liegt.
Der Obere Bach ist nach dem Unwetter lange schon wieder saniert und zu einem herrlichen Platz in der Künzelsauer Innenstadt geworden. Am 23. Juli 2026 lädt die Stadtverwaltung dort zum Sommer in der Stadt mit der Band WildVivid ein.

Zahlreiche Maßnahmen für mehr Hochwasserschutz

Auch Simone Mitsch, stellvertretende Leiterin der KünWerke, betont die Bedeutung der vergangenen Jahre. „Der Hochwasserschutz bleibt eine Daueraufgabe. Mit den umgesetzten Maßnahmen, den regelmäßigen Kontrollen an Gewässern und den geplanten Projekten konnten wir die Sicherheit in vielen Bereichen deutlich verbessern.“

Zu den wichtigsten umgesetzten Maßnahmen zählen unter anderem die Vergrößerung des Durchlasses der Verrohrung des Ohrenbachs unter der Kreisstraße (K2302) am Ortseingang von Ohrenbach aus Richtung Amrichshausen kommend (2020), die Flutmulde an der Oberen Brühlsteige in Morsbach (2021) sowie die Hochwasserschutzmaßnahme an der Würzburger Straße (2022). Gerade die Anlage an der Würzburger Straße konnte sich beim Hochwasser im Juni 2024 bereits bewähren.

Darüber hinaus wurden die Hochwasserrückhaltebecken in Amrichshausen, Berndshausen und Siedelbach neu gebaut beziehungsweise saniert. Weitere Schutzmaßnahmen folgten 2024 am Künsbach und Kemmeter Bach mit neuen Rechenanlagen, Ringnetzen und digitalen Pegelmessungen.

Blick auf eine mit grünem Gras bewachsene Senke, deren Grund mit Wasser überdeckt ist. im HIntergrund der Kirchturm von Amrichshausen
Hochwasserrückhaltebecken, hier im Bild östlich von Amrichshausen, speichern bei Starkregen große Wassermengen und geben sie kontrolliert wieder ab. Sie stärken den Hochwasserschutz und erhöhen die Sicherheit für Menschen und Infrastruktur.

Aktuell laufen zudem die Planungen für weitere Hochwasserschutzmaßnahmen in Belsenberg. Dort soll noch im Jahr 2026 mit dem Bau von je ein Palisadenrechen und Ringnetz am Deubach und Österbach begonnen werden.

Gewässerunterhaltung und Vorsorge im Fokus

Neben den baulichen Maßnahmen wurde auch die laufende Gewässerunterhaltung intensiviert. Der städtische Bauhof räumt ganzjährig Geröllfänge aus, beseitigt Totholz und führt gemeinsam mit den Fachstellen regelmäßige Gewässerschauen durch, um den Wasserabfluss an Bächen und Gewässern weiter zu verbessern.

Gemeinderat und Stadtverwaltung Künzelsau bedanken sich zum Jahrestag ausdrücklich bei allen Einsatzkräften, Helferinnen und Helfern, Unternehmen sowie Einwohnerinnen und Einwohnern, die während des Unwetters 2016 und in den Tagen danach mit großem Engagement unterstützt haben.

Überblick über wichtige Hochwasserschutzmaßnahmen seit 2016
  • Hochwasserschutz Ohrenbach – Vergrößerung des Durchlasses der Verrohrung des Ohrenbachs unter der Kreisstraße (K2302) in Ohrenbach, Fertigstellung 2020, Kosten: 177.500 Euro
  • Flutmulde Morsbach Obere Brühlsteige, Fertigstellung 2021, Kosten: rund 83.000 Euro
  • Hochwasserschutz Würzburger Straße, Fertigstellung 2022, Gesamtkosten: rund 930.000 Euro, Anteil Stadt: rund 290.000 Euro
  • Neubau/Sanierung der Hochwasserrückhaltebecken Amrichshausen, Berndshausen und Siedelbach, Fertigstellung 2022/2023, Gesamtkosten: 569.000 Euro
  • Hochwasserschutz Künsbach/Kemmeter Bach, Fertigstellung 2024, Kosten: rund 248.000 Euro
  • Geplante Hochwasserschutz-Maßnahmen Belsenberg, geplanter Baustart 2026, geschätzte Kosten: rund 600.000 Euro
  • Regelmäßige Leerung von 51 Geröllfängen und verstärkte Totholzbeseitigung an Gewässern
  • Gewässerschauen 2024/2025 an zahlreichen Bächen und Gewässern im Stadtgebiet
Blick auf einen Bachlauf in den quer Holzpalisaden eingebaut sind
Ringnetze und Palisadenrechen, wie hier im Bild am Künsbachverlauf, haben sich in der Praxis bewährt und werden noch in diesem Jahr am Deubach und Österbach eingebaut.
Blick auf eine Natursteinmauer, die Gehweg und Straße vor Hochwasser des Kochers schützt
Der Hochwasserschutz entlang der Würzburger Straße in den Kocherwiesen hat bereits beim Hochwasser im Juni 2024 gut funktioniert und Schäden verhindert.
Blick auf drei arbeitende Menschen in einem Betonbauwerk unter der Erde. Sie beseitigen Geröll
Die Kontrolle von Bächen und Gewässern, das Leeren von Geröllfängen und Verdolungen sind Bestandteile des aktiven Hochwasserschutzes der KünWerke. 2024 wurde an der Künsbach-Verdolung in der Künzelsauer Innenstadt gearbeitet.