Neues Rathaus. Foto Olivier Schniepp.

Stadt Künzelsau soll blühen:

Planung für „Natur nah dran“

Fachleute bei einer Begehung an den Künzelsauer Wertwiesen.
Bei einer gemeinsamen Begehung an den Wertwiesen in Künzelsau wurden die Planungen für den Parkplatz und den Radweg für „Natur nah dran“ konkretisiert. Foto Stadtverwaltung Künzelsau.

Vielfältig, naturnah und insektenfreundlich: Am Dienstag, 5. Mai 2020, nahmen rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der für 2020 ausgewählten „Natur nah dran“-Kommunen an einer Online-Schulung im Rahmen des NABU Projektes teil. NABU steht für Naturschutzbund Deutschland – Landesverband Baden-Württemberg e. V. Die Teilnehmenden erhielten bei der Veranstaltung viele Anregungen und Tipps, wie im Siedlungsraum artenreiche Lebensräume für Wildbienen, Distelfinken und Schwalbenschwänze geschaffen werden können.

Bei einer gemeinsamen Begehung am 7. Mai 2020 an den Künzelsauer Wertwiesen erkundeten Marina Schukowski-Hust (Stadtbauamt Künzelsau), Jochen Lutz (Bauhof Künzelsau), Sascha Krämer (Bauhof Künzelsau), Brigitte Vogel (NABU), Heike Kutzner (NABU), Kerstin Schlange (Planbar Güthler) und Sebastian Frey (Naturgartenplaner) wie sich die Maßnahmen vor Ort umsetzen lassen. Dabei nahmen sie Grünflächen in Augenschein, die in Künzelsau im Laufe des Projekts in kleine Biotope umgewandelt werden sollen. Die Fachleute begutachteten neben den Wertwiesen auch einen Standort in Gaisbach an der Waldenburger Straße und einen Standort am Goldberg und gaben erste Empfehlungen für die passenden Maßnahmen. Beispielsweise, ob eine Fläche grundlegend umgestaltet werden sollte um einen dauerhaften Erfolg zu ermöglichen.
 
Die Begehung der Flächen bildet gemeinsam mit der Schulung die Grundlage für den nächsten Schritt: die Detailplanung für die ausgewählten Flächen. Anschließend geht es dann an die Umsetzung. „Das Entscheidende dabei ist: Geduld, Geduld, Geduld“, betonte NABU-Projektleiter Martin Klatt. Das bestätigten die Erfahrungen aus Kommunen, die bereits länger ihre Flächen umgestalten, so Klatt weiter: „Dabei kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz. Auf manchen Flächen funktioniert das oft auf Anhieb gut, andere brauchen vielleicht etwas länger.“

Wildpflanzenflächen sind gut für Insekten und sparen langfristig Arbeit

Warum sich das für die Natur und die teilnehmenden Kommunen lohnt, erläuterte Martin Klatt in der Online-Schulung: „Auf den Projektflächen entstehen wertvolle Wildpflanzenflächen, die sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickeln werden. Für die Insekten zählt jeder Quadratmeter. Bei der Anlage naturnaher Flächen gibt es einiges zu beachten. Zwar sehen beispielsweise einjährige Blühmischungen im ersten Jahr toll aus, müssen aber jährlich neu eingesät werden und verursachen daher in der folgenden Zeit mehr Arbeit.“ Die Teilnehmenden konnten sich bei der Online-Schulung einen ersten Eindruck verschaffen, wie dauerhafte und dem Standort angepasste mehrjährige Blumenwiesen und Wildstaudenbeete angelegt werden.